Vor fünfzehn Jahren gründete ich meine kleine PR-Agentur. Damals dachte ich, ein professionelles Firmenporträt brauche vor allem eines: ein teures Studio mit Blitzanlagen, weißen Hintergründen und viel Technik. Ich buchte Fotografen, die ihre Kunden stundenlang in künstliches Licht stellten. Die Ergebnisse waren technisch einwandfrei – aber sie zeigten nie den Menschen, mit dem ich später im Meeting saß. Irgendwann fragte mich ein Kunde: „Warum sehen Ihre Leute auf den Fotos so anders aus als in echt?“ Diese Frage ließ mich nicht los. Ich begann, anders über Porträtfotografie nachzudenken. Und dabei stieß ich auf einen entscheidenden Punkt: Das Licht macht den Unterschied – und zwar nicht die Blitzanlage, sondern das natürliche Tageslicht. Heute achte ich bei der Auswahl eines Fotografen genau darauf, wie er mit Licht umgeht. Ein Beispiel ist die Arbeit von www.schmidt-fotode.com, wo Porträts mit weichem, natürlichem Licht entstehen, das die Persönlichkeit viel besser zur Geltung bringt als Studioaufheller. Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass Ihr Firmenfoto nicht zu Ihnen passt?
Der Unterschied zwischen künstlicher Perfektion und echtem Ausdruck
In den ersten Jahren meiner Agentur ließ ich mich von glatten, makellosen Aufnahmen blenden. Die Haut sah aus wie Porzellan, die Schatten waren restlos eliminiert. Aber diese Fotos wirkten kalt. Sie erinnerten an Produktaufnahmen, nicht an Menschen. Ein Kollege erzählte mir, dass er bei Bewerbungsgesprächen immer wieder Kandidaten erlebte, die auf dem Foto völlig anders aussahen – und zwar nicht im positiven Sinne. Die künstliche Beleuchtung hatte ihre Gesichter so stark modelliert, dass die natürlichen Konturen verloren gingen. Natürliches Licht dagegen arbeitet mit der vorhandenen Umgebung. Es erzeugt weiche Übergänge, betont die Augenpartie auf eine ruhige Weise und lässt Hauttöne lebendig wirken. Ich erinnere mich an eine Aufnahme eines unserer Berater im Freien an einem bewölkten Tag. Das Bild zeigte ihn mit einem leichten Lächeln, das authentisch wirkte. Kunden reagierten sofort positiver auf ihn, weil das Foto Vertrauen ausstrahlte.
Warum ich selbst heute auf Studiofotografen verzichte
Das klingt vielleicht radikal, aber ich habe in den letzten Jahren bewusst keine Studioaufnahmen mehr für unsere Teambilder gebucht. Stattdessen suche ich Fotografen, die natürliche Lichtquellen nutzen – Fenster, Türen, überdachte Außenbereiche. Der Grund ist einfach: Die meisten Menschen fühlen sich unter Kunstlicht unbehaglich. Sie verkrampfen, weil sie die grellen Lampen und die vielen Reflektoren als ungewohnt empfinden. Ein Fotograf, der mit natürlichem Licht arbeitet, bewegt sich dagegen mit dem Motiv mit. Er sucht den richtigen Winkel, nutzt die Tageszeit, lässt den Menschen im Bild agieren. Das Ergebnis wirkt entspannter. Ein kleiner Hinweis: Für Produktfotografie mag künstliches Licht sinnvoll sein. Aber für Porträts – besonders in der Geschäftswelt – ist das natürliche Licht oft überlegen. Fragen Sie sich selbst: Wann haben Sie das letzte Mal ein wirklich lebendiges Business-Porträt gesehen, das im Studio mit Dauerlicht entstanden ist? Ich wette, es waren die Aufnahmen, die wie zufällig im Freien oder an einem großen Fenster entstanden.
Drei konkrete Merkmale, die ich bei der Fotografenauswahl prüfe
Nach vielen Fehlentscheidungen habe ich mir eine kleine Checkliste angewöhnt. Erstens: Ich schaue mir die Porträts des Fotografen genau an. Sind die Schatten weich oder hart? Wirken die Gesichter dreidimensional oder flach? Ein guter natürlicher Lichtfotograf erzeugt Tiefe, ohne dass der Hintergrund ablenkt. Zweitens: Ich spreche mit dem Fotografen über den Ablauf. Wer schnell arbeitet und den Kunden dabei ruhig führt, erzeugt bessere Ergebnisse als jemand, der ständig Lampen umstellt. Drittens: Ich bitte um ein kurzes Testfoto an einem Ort, der dem späteren Einsatzort ähnelt. Das mag aufwendig klingen, aber es spart am Ende Zeit und Geld. Einmal hatte ich einen Fotografen, der bei einem Teamfoto alle sechs Personen in eine helle Mittagssonne stellte. Das Ergebnis waren Schweißflecken und zugekniffene Augen – total unbrauchbar. Seitdem bestehe ich auf einer vorherigen Ortsbesichtigung.
„Ein gutes Porträt zeigt nicht, wie gut der Fotograf das Licht beherrscht, sondern wie natürlich der Mensch im Bild wirkt.“ – Erfahrungssatz aus meiner Agenturarbeit
Wie Sie als Unternehmer das richtige Porträt für sich finden
Sie müssen nicht selbst zum Lichtexperten werden. Aber es hilft, wenn Sie sich bewusst machen, was ein Business-Foto eigentlich leisten soll. Es repräsentiert Sie in der digitalen Welt – auf der Website, in Broschüren, auf LinkedIn. Dieses Bild ist oft der erste Eindruck, den ein potenzieller Kunde von Ihnen bekommt. Und dieser Eindruck sollte nicht aufgesetzt wirken. Mein Rat: Suchen Sie einen Fotografen, der Sie vorher kennenlernt. Einer, der fragt, wie Sie arbeiten, was Sie antreibt, welche Stimmung Ihr Unternehmen ausstrahlt. Dann kann er das Licht danach ausrichten. Natürliches Licht ist dabei nicht das Allheilmittel, aber es schafft eine Basis, auf der Authentizität wächst. Fragen Sie sich bei der Betrachtung eines Porträts: Würde ich dieser Person mein Vertrauen schenken? Wenn die Antwort zögert, dann liegt das oft am Licht, nicht am Lächeln. Ich habe gelernt, dass die beste Technik der Welt nichts nützt, wenn das Gesicht dahinter verloren geht. Ein gutes Porträt ist kein Produktfoto. Es ist eine Begegnung. Und die gelingt am besten mit dem Licht, das wir alle kennen – dem Tageslicht.